Grafts-Berechnung

Viel hilft nicht immer viel

Viele Menschen wünschen sich für ihre Haartransplantation, dass möglichst viele Transplantate verpflanzt werden. Das ist verständlich.

  • Doch bedenken Sie, dass Sie keine neuen Haare erhalten. Die Transplantate werden von der Spenderfläche entnommen und in die Empfängerfläche versetzt.
  • Auf der Spenderfläche werden keine neuen Haare wachsen. Wenn man nun bei einer Erstbehandlung zu viele Haare entnimmt, hat man für eine eventuelle Nachbehandlung, falls noch weitere Haare ausfallen, keine Spenderhaare mehr.

Haartransplantation = Mathematik

Mit der folgenden Grafik möchten wir mathematisch veranschaulichen, wie ein Quadratzentimeter der Empfängerfläche mit den unterschiedlichen Graftzahlen aussieht.

Haarverteilung

Wie viele Transplantate (Grafts) benötige ich?

Was brauchen Sie dafür?

  1. Eine Hilfsperson, die mit einem Filzstift umgehen kann 😉
  2. Ein Filzstift für Folien
  3. Eine genügend große transparente Frischhalte-Folie aus der Küche
  4. Ein kariertes 5mm-Rechenpapier DIN A4

Platzieren Sie die Folie auf Ihrem Kopf, und halten Sie sie gut mit beiden Händen stramm.

Die Hilfsperson umzeichnet die Umrisse der kahlen Flächen mit dem Folien-Filzstift auf dieFrischhalte-Folie.

Die Folie legen Sie nun auf das Rechenpapier. Fixieren Sie das Rechenpapier und die Folie mit Tesafilm. Markieren Sie nun jeden Quadratzentimeter als Punkt mit dem Filzstift innerhalb der Umrisse.

Zählen Sie die Punkte, und schon wissen Sie, wie groß die Fläche der kahlen Stellen sind, in Quadratzentimetern.

Ein Beispiel:

Gemessen wurden 130 Quadratzentimeter.
Ausgehend von einer Transplantationsdichte von 36 Transplantaten, also 6 x 6 Transplantate pro Zentimeter ergeben sich für diese Fläche:
130 x 36 = 4.680 Transplantate = runde 11.000 Haare
Dies ist bereits an der obersten Grenze, was medizinisch als Erstbehandlung vertretbar ist. Vorausgesetzt, dass noch genügend Spenderhaare vorhanden sind, wäre eine weitere Verdichtung mit eine 2. Behandlung machbar.
Bei kleineren Flächen ist natürlich auch eine höhere Dichte machbar.

High-dense-packing

Von „high-dense-packing“ spricht man von einer Transplantat-Dichte von über 60 pro Quadratzentimeter (siehe Grafik oben). Das Problem bei hohen Dichten ist, dass die Anwuchsrate auch schon mal auf ca. 80% runtergehen kann. Schade um die Spenderhaare – die sind dann für immer weg.

Perkutan-Methode mit Saphir-Nadel

Unser Arzt arbeitet nach der Perkutan-Methode unter Verwendung einer Saphir-Nadel, statt eines Mikroskalpells, für die Öffnung der Empfängerkanäle. Dadurch bleibt das Gewebe und die Durchblutung im Empfängerbereich besser erhalten, als nach Schnitten mit dem Mikroskalpell.

Die Vorteile: Kürzerer Heilungsprozess, frühere Gesellschaftsfähigkeit, präzisere Wuchsrichtung, höhere Anwuchsrate, schnellerer Haarwuchs. Und es sind höhere Transplantat-Dichten möglich.